Sie könnten zum neuen Youtube-Star werden: OK Go mit ihrem Musikvideo “This Too Shall Pass”, passend zum Lauf der Dinge einer Rube-Goldberg-Maschinen-Version über sicher mehr als nur eine Fabrikhalle, unter Benutzung diverser Autoreifen, Gummiseile, Bälle, einem zerstörerischen Klavier, diverser Murmeln und vieler anderer hübschen Dinge. Die Jungs haben es einfach drauf:
Gut, neu ist die Idee freilich nicht. Schon 1987 veröffentlichten die Schweizer Medienkünstler Peter Fischli und David Weiss mit “Der Lauf der Dinge” ihre Version der Rube-Goldberg-Apparatur. Anders als OK Go brauchten Sie aber fast eine halbe Stunde für die 30 Meter in einer Fabrikhalle und außerdem qualmte und rauchte es damals etwas mehr. Der Film lief erstmals auf der documenta 8 und ist seitdem ein gern gezeigter Kunstfilm verschiedener Museen (z.B. März 2009 Centre Pompidou). Auch Nachahmer gab es bereits mehrere, sogar aus der Musikbranche. Dabei ist die Rube-Goldberg-Maschine (dieser Name geht auf einen amerikanischen Cartoonisten Ende der 50er zurück, die Nonsensmaschine als Ding an sich soll aber viel älter sein) ein Gerät zur sinnlosen Verlangsamung sehr einfacher Vorgänge – was man von dem Just-In-Time-Song von OK Go wahrlich nicht behaupten kann: Da locht die Murmel exakt zur rechten Zeit ein, ein Vorgang, der wohl nur mit jahrelangem Üben so genau in die Wirklichkeit eines ja erst jetzt entstandenen Songs (per Raumkontinuum?) gebogen werden kann.
Vielleicht ist die Zeit der Lipdubs ja vorbei und es kommt die Zeit der Lipdrums? Als Retroretro neu aufgelegter Altideen? Just in time?


